Mixtekischer Kodex online – Kodexkarten-Generator
Mixtekischer Kodex: Zahl und eines von 20 Tageszeichen zu einem Kalendernamen verbinden. Entdecke das Beispiel 8 Hirsch.
260 Namen aus 13 Zahlen und 20 Zeichen
Warum hieß ein Mixteke wie ein Kalenderdatum?
Der mixtekische Ritualkalender zählte nicht nur Tage — er lieferte auch Namen. Ein Name, einem Datum entnommen, begleitete einen Menschen sein Leben lang, und genau daran erkannte man Personen in den Kodizes: an einer Zahl, verbunden mit einem Tageszeichen innerhalb eines Zyklus von 260 Tagen. Das berühmteste Beispiel ist der Herrscher 8 Hirsch, zusätzlich bekannt unter dem Beinamen „Jaguarkralle“.
Wie ist dieser Kalender aufgebaut?
Der Ritualzyklus verbindet die Zahlen 1 bis 13 mit 20 Tageszeichen. Beide Reihen laufen gleichzeitig weiter, dieselbe Paarung kehrt daher erst nach 260 Tagen wieder — genau so lang ist der ganze Zyklus. Im Werkzeug wählst du Zahl und Zeichen, und ihre Kombination ergibt einen fertigen Kalendernamen.
Beispiel: 8 Hirsch
Wähle die Zahl 8 und das Tageszeichen „Hirsch“, und du erhältst den Namen des Herrschers von Tututepec, der Hauptfigur mehrerer Kodizes. Ändert man nur die Zahl, entsteht bei gleichem Tageszeichen ein anderer Kalendername. Jede Kombination lässt sich mit dem Werkzeug oben ausprobieren.
Die zwanzig Tageszeichen
Die obere Zeile nennt die Position des Zeichens im Zyklus, die untere seinen Namen. Die Reihenfolge liegt fest und wiederholt sich endlos, während jedes Zeichen unterwegs auf die Zahlen 1 bis 13 trifft.
| Position | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tageszeichen | Krokodil | Wind | Haus | Eidechse | Schlange | Tod | Hirsch | Hase | Wasser | Hund | Affe | Gras | Schilf | Jaguar | Adler | Geier | Bewegung | Feuerstein | Regen | Blume |
Warum ausgerechnet 260 Tage?
Die Zahl 260 ist 13 mal 20, das Ergebnis des Ineinandergreifens beider Zyklen. Diese Zählung war in ganz Mesoamerika verbreitet, und ihr Rhythmus bestimmte Festtermine, Weissagungen und Entscheidungen über den richtigen Zeitpunkt. Daneben lief ein Sonnenjahr von 365 Tagen, und beide Zyklen wurden in längeren Rechnungen kombiniert.
Wie unterschied man Namensgleiche?
Bei nur 260 Kombinationen im Zyklus waren Menschen mit demselben Kalendernamen unvermeidlich. Die Kodizes konnten den Namen durch einen Beinamen wie „Jaguarkralle“ ergänzen oder eine Person durch Abstammung, Taten und ihre Rolle in der Erzählung unterscheiden. Erst der gesamte Kontext bezeichnete eine bestimmte Figur.
Siehe auch: Nahuatl-Glyphen · Maya-Zahlen
Geschichte und Wissenswertes
Mixtekische Codices waren bildliche Faltbücher, die unter anderem auf vorbereitetem Tierleder entstanden. Personen, Orte, Daten und Namenszeichen hielten Genealogien, Ehen, Bündnisse, Kriege und Dynastiegeschichten fest. Der Name 8 Hirsch stammte von einem Geburtstag im 260-Tage-Zyklus aus 13 Zahlen und 20 Zeichen. Der Herrscher 8 Hirsch Jaguarkralle aus dem 11.–12. Jahrhundert ist eine Hauptfigur des Codex Zouche-Nuttall und weiterer mixtekischer Handschriften.
Was dieses Werkzeug nicht leistet
Der Generator verbindet eine Zahl mit einem Tageszeichen und hört dort auf: Er rechnet keine Daten in den modernen Kalender um, zeichnet keine vollständigen Kodexszenen und liefert keine Beinamen. Auch den Malstil der Handschriften bildet er nicht ab — weder Farben und Rahmen noch die mäandernde Lesereihenfolge der Seiten.
Die mixtekischen Kodizes
Die Dynastiegeschichte der Region Oaxaca kennen wir aus Handschriften, die auf Hirschleder gemalt und wie ein Leporello gefaltet wurden. Dazu zählen der Codex Zouche-Nuttall, der Vindobonensis Mexicanus I und der Colombino-Becker, in denen das Leben von 8 Hirsch Dutzende Seiten füllt. Sie gehören zu den wenigen mesoamerikanischen Büchern, die die Eroberung überstanden und Geschichte vor der Konquista lesbar machen.