Keilschrift online – ugaritisches Alphabet und Generator

Keilschrift und ugaritisches Alphabet: Text mit 30 Zeichen aus Ugarit darstellen. Lehrreiche Umschrift, kein Übersetzer für Sumerisch.

Von sumerischen Tafeln zu 30 Zeichen für Laute

Warum hielt eine Schrift so unterschiedliche Sprachen fest?

Die Keilschrift war kein einzelnes Alphabet, sondern eine Schreibweise, die sich an verschiedene Sprachen anpassen ließ. Mit ihr wurden zahlreiche nicht verwandte Sprachen aufgezeichnet, jede mit eigenem Zeichenbestand. Das Werkzeug zeigt das zugänglichste dieser Systeme — das ugaritische Alphabet, in dem ein Bestand an Zeichen für einzelne Laute Hunderte von Silbenzeichen und Logogrammen ersetzte.

Wie werden Buchstaben zu Keilen?

Das ugaritische Alphabet hatte 30 Zeichen. Der Generator erkennt zuerst Digraphen, dann einzelne Buchstaben und ordnet jedem das nächstliegende Zeichen dieses Bestands zu. Das ist eine lautliche Annäherung: Das Alphabet entstand für eine semitische Sprache, manche lateinischen Laute treffen daher nur ähnlich klingende Zeichen.

Beispiel: das Wort REBUS

Das Wort „REBUS“ wird zu 𐎗𐎛𐎁𐎜𐎒, der Name „MARIA“ zu 𐎎𐎀𐎗𐎛𐎀. Jedes Zeichen ist eine Anordnung von Keilen, die ein Schreiber mit einem einzigen, unterschiedlich geneigten Werkzeug eindrückte. Beide Beispiele lassen sich mit dem Werkzeug oben direkt nachvollziehen.

Vom Generator verwendete Zeichenzuordnung

Die obere Zeile zeigt den Buchstaben, die untere das Keilschriftzeichen, das ihn ersetzt. Am Ende stehen die vor einzelnen Buchstaben erkannten Digraphen, darunter TH — ein Laut mit eigenem Zeichen in diesem Alphabet.

Buchstaben und ihre Keilschriftzeichen
BuchstabeABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZSZCZCHTH
Zeichen𐎀𐎁𐎋𐎄𐎛𐎔𐎂𐎅𐎛𐎊𐎋𐎍𐎎𐎐𐎀𐎔𐎖𐎗𐎒𐎚𐎜𐎆𐎆𐎋𐎒𐎊𐎇𐎌𐎕𐎃𐎘
Wie liest man die Zeichen zurück?

Beim Rücklesen erhält jedes Zeichen einen Standardbuchstaben, der Text kehrt also nicht immer unverändert zurück. „REBUS“ als 𐎗𐎛𐎁𐎜𐎒 geschrieben kommt als „ribus“ zurück, denn 𐎛 gilt standardmäßig als I. Der Name „MARIA“ kehrt verlustfrei zurück, weil jedes seiner Zeichen eindeutig gelesen wird.

Wie entstand die Keilschrift?

Die Keilschrift entstand bei den Sumerern im Süden Mesopotamiens; die ältesten Tafeln stammen aus Uruk und werden auf etwa 3400–3200 v. Chr. datiert. Am Anfang standen in Ton gezeichnete Piktogramme: Das Zeichen eines Krugs bedeutete einen Krug, ein Rinderkopf bedeutete Vieh. Ein Griffel mit dreieckiger Spitze ließ sich jedoch leichter eindrücken als über die Oberfläche ziehen, also zerfielen die Bilder in Anordnungen von Keilen und glichen nach einigen Jahrhunderten den benannten Dingen nicht mehr. Das System entwickelte sich schrittweise und entstand nicht für Literatur — die ältesten Tafeln sind Abrechnungen: wie viel Getreide, wie viele Schafe, an wen ausgegeben.

Worin sich Ugaritisch von mesopotamischer Keilschrift unterscheidet

Die sumerische und akkadische Keilschrift nutzte Hunderte Zeichen für Silben und ganze Wörter; ihre Beherrschung kostete Jahre in der Schreiberschule. Ugaritisch verwendete dieselbe Eindrucktechnik, aber einen ganz anderen Bestand: einige Dutzend Zeichen für einzelne Laute — ein Gedanke nahe den Alphabeten der Levante.

Siehe auch: Phönizisches Alphabet · Ägyptische Hieroglyphen

Geschichte und Wissenswertes

Das ugaritische Alphabet ist vor allem im 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. in Ugarit im heutigen Syrien belegt. Obwohl die Zeichen mit einem keilförmigen Griffel in Ton gedrückt wurden, war es keine mesopotamische Silbenschrift: Rund 30 Zeichen bildeten ein meist links nach rechts geschriebenes Konsonantenalphabet. Tafeln überliefern Mythen, Epen, Rituale, Briefe, Verträge und Abrechnungen. Ihre Buchstabenfolgen sind wichtige Zeugnisse für die Geschichte späterer Alphabete.

Was dieses Werkzeug nicht leistet

Das Ergebnis ist weder ein ugaritischer Text noch eine Übersetzung in eine semitische Sprache — es gibt moderne Buchstaben mit den nächstliegenden Zeichen wieder. Das Werkzeug bildet keine sumerischen oder akkadischen Logogramme ab, ordnet die Zeichen nicht in Tafelzeilen und prüft nicht, ob eine Folge je in Ton gedrückt wurde.

Geschichte und Entzifferung

Ugarit lag an der Küste des heutigen Syriens und wurde um 1200 v. Chr. zerstört. Die Ruinen kamen 1929 in Ras Schamra ans Licht, und schon ein Jahr später entzifferten Hans Bauer, Édouard Dhorme und Charles Virolleaud das Alphabet. Zu den Funden gehörten Abecedar-Tafeln: geordnete Zeichenlisten, die eine ältere Buchstabenfolge als das phönizische Alphabet zeigten.