Vigenère-Chiffre online – verschlüsseln/entschlüsseln
Vigenère-Verschlüsselung online: mit Schlüsselwort ver- und entschlüsseln. Mit Tabelle, Beispielen und Erklärung des Kasiski-Tests.
Wie wurde die „unentzifferbare Chiffre“ geknackt?
Was ist die Vigenère-Chiffre?
Die Vigenère-Chiffre ist eine polyalphabetische Chiffre: Jeder Buchstabe der Nachricht wird um den Wert des nächsten Schlüsselwortbuchstabens verschoben. Statt einer einzigen Verschiebung wie bei Caesar wirken so viele Verschiebungen, wie der Schlüssel Buchstaben hat.
Wie funktioniert das Schlüsselwort?
Der Schlüssel wird über die Nachricht geschrieben und bis zum Textende wiederholt. Jeder Schlüsselbuchstabe bestimmt eine Verschiebung: A steht für 0, B für 1 und Z für 25. Derselbe Klartextbuchstabe kann daher zu verschiedenen Geheimtextbuchstaben werden.
Beispiel mit dem Schlüssel REBUS
Aus der Nachricht „ENIGMA“ wird mit dem Schlüssel „REBUS“ der Geheimtext „VRJAER“. Der Schlüssel wiederholt sich über dem Text als R-E-B-U-S-R, also E+R→V, N+E→R, I+B→J, G+U→A, M+S→E und A+R→R. Das Beispiel lässt sich mit dem Werkzeug oben direkt nachvollziehen.
Vollständige Verschiebungstabelle für Schlüsselbuchstaben
Die obere Zeile zeigt den Schlüsselbuchstaben, die untere die Verschiebung, die er festlegt. Die Tabelle verwendet das vom Werkzeug unterstützte lateinische Alphabet mit 26 Buchstaben.
| Schlüsselbuchstabe | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Verschiebung | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 |
Wie wird der Text entschlüsselt?
Beim Entschlüsseln werden dieselben Verschiebungen abgezogen. Schreibe den Schlüssel über den Geheimtext und gehe mit jedem Buchstaben um den Wert seines Schlüsselbuchstabens zurück; vor A läuft die Zählung am Alphabetende weiter. Ohne Schlüssel gelingt dieser Schritt nicht.
Vigenère und die Caesar-Chiffre
Ein Schlüssel aus einem einzigen Buchstaben macht aus Vigenère eine gewöhnliche Caesar-Chiffre, denn alle Buchstaben erhalten dieselbe Verschiebung. Je länger und unregelmäßiger der Schlüssel, desto stärker verwischen die Buchstabenhäufigkeiten. Ein zufälliger Schlüssel in Nachrichtenlänge, der nur einmal verwendet wird, ist bereits ein One-Time-Pad.
Siehe auch: Caesar-Chiffre
Wie lässt sich die Vigenère-Chiffre knacken?
Zuerst wird die Schlüssellänge gesucht: Der Kasiski-Test misst die Abstände wiederholter Abschnitte im Geheimtext, der Friedman-Test nutzt den Koinzidenzindex. Ist die Länge bekannt, zerfällt der Text in Spalten, von denen jede eine einfache Caesar-Chiffre ist und der Häufigkeitsanalyse nachgibt.
Warum ist die Vigenère-Chiffre unsicher?
Ein kurzer Schlüssel wiederholt sich vielfach, sodass regelmäßige Muster im Geheimtext bleiben. Ein Computer prüft Hunderte Schlüssellängen in Sekundenbruchteilen und rekonstruiert bei genügend Text auch das Schlüsselwort selbst. Das Verfahren dient dem Lernen, nicht dem Schutz von Daten.
Geschichte der Vigenère-Chiffre
Die Idee mehrerer Alphabete entwickelten Leon Battista Alberti, Johannes Trithemius und Giovan Battista Bellaso, dessen Fassung von 1553 der heutigen Chiffre am nächsten kommt. Der Name erinnert dennoch an Blaise de Vigenère. Im 19. Jahrhundert galt das Verfahren als „unentzifferbare Chiffre“, bis Charles Babbage und Friedrich Kasiski zeigten, wie man es analysiert.
Vigenère-Tabelle zum Ausdrucken
Das A4-Arbeitsblatt enthält die vollständige Tabula recta, Anleitungen, ein gelöstes Beispiel und Platz für eine eigene Nachricht.