Enigma-Chiffre online – verschlüsseln/entschlüsseln
Enigma-M4-Simulator online: Text mit drei beweglichen Walzen, Griechenwalze, dünner Umkehrwalze und Steckerbrett ver- und entschlüsseln.
Wie gelang es, die Enigma zu knacken?
Was ist die Enigma M4?
Die Enigma M4 ist eine elektromechanische Rotormaschine der deutschen Kriegsmarine. Jeder Tastendruck lässt einen anderen Buchstaben aufleuchten, denn die Walzen drehen sich nach jedem Zeichen und bilden jedes Mal eine neue Ersetzung. Der Schlüssel ist der vollständige Satz Einstellungen: Auswahl und Reihenfolge der Walzen, Startpositionen, Ringstellungen und Steckerpaare.
Wie läuft das Signal durch die Maschine?
Der Strom fließt von der Taste über das Steckerbrett, dann durch drei bewegliche Walzen, die feststehende Griechenwalze und die dünne Umkehrwalze, kehrt auf demselben Weg zurück und gelangt über das Steckerbrett zur Lampe. Die rechte Walze dreht sich vor jedem Buchstaben, die übrigen erst, wenn eine Kerbe erreicht ist.
Beispiel mit den Standardeinstellungen
Mit der Voreinstellung des Werkzeugs — Walzen I-II-III, Griechenwalze Beta, Umkehrwalze B, alle Positionen auf A, Ringstellungen null und leeres Steckerbrett — wird aus „AAAAA“ der Geheimtext „BDZGO“. Fünf gleiche Buchstaben ergeben fünf verschiedene, weil die Maschine nach jedem Zeichen eine Walze weiterdreht.
Verdrahtung der Walze I
Die obere Zeile nennt den Eingangskontakt, die untere den Buchstaben, zu dem die innere Verdrahtung der Walze I führt. Jede Walze besitzt andere, fest verlötete Verbindungen, und eine Drehung verschiebt diese ganze Zuordnung.
| Eingang | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ausgang | E | K | M | F | L | G | D | Q | V | Z | N | T | O | W | Y | H | X | U | S | P | A | I | B | R | C | J |
Wie wird eine Nachricht entschlüsselt?
Der Empfänger stellt die Maschine genau wie der Absender ein und tippt den Geheimtext — am Ausgang erscheint der Klartext. Möglich macht das die Umkehrwalze, die den gesamten Vorgang reziprok werden lässt. Schon eine einzige falsche Walzenposition zerstört die ganze Entzifferung.
Worin unterscheidet sich die M4 von einer Dreiwalzen-Enigma?
Die M4 ergänzt eine vierte, feststehende Griechenwalze (Beta oder Gamma) und eine dünnere Umkehrwalze, sodass vier Walzen in dasselbe Gehäuse passen. Die Griechenwalze dreht sich beim Schreiben nicht, sie wird einmal eingestellt. Steht Beta auf Position A, verhält sich die Maschine wie eine gewöhnliche Dreiwalzen-Enigma — sichtbar am klassischen Ergebnis „BDZGO“.
Der polnische Beitrag zur Entzifferung der Enigma
Der entscheidende Durchbruch begann im polnischen Chiffrenbüro. Marian Rejewski rekonstruierte 1932 mithilfe der Permutationsmathematik und über Frankreich erhaltener Geheimdienstinformationen die Verdrahtung der militärischen Enigma. Mit Jerzy Różycki und Henryk Zygalski entwickelte er Zyklometer, Kenngruppenkatalog, kryptologische Bomba, Uhrmethode und Zygalski-Lochblätter. Im Juli 1939 teilte Polen in Pyry bei Warschau dieses Wissen und Nachbauten mit Großbritannien und Frankreich und schuf so eine praktische Grundlage für Bletchley Park. Die Marine-M4 verlangte später neue Methoden und erheblich mehr Rechenleistung.
Warum ist die Enigma heute unsicher?
Die Umkehrwalze beschert der Maschine eine entscheidende Schwäche: Kein Buchstabe kann je zu sich selbst verschlüsselt werden. Dadurch ließen sich vorhersehbare Textstücke, sogenannte Cribs, gegen den Geheimtext prüfen und widersprüchliche Einstellungen verwerfen. Bedienfehler und schematische Funksprüche engten die Suche zusätzlich ein. Ein moderner Computer kann die so ausgewählten Kandidaten schnell testen, doch eine vollständige Suche durch den gesamten Einstellungsraum wäre weiterhin keine Sache von Augenblicken.
Siehe auch: Vigenère-Chiffre · AES‑256‑GCM-Chiffre
Geschichte der Enigma M4
Arthur Scherbius entwickelte die Enigma nach dem Ersten Weltkrieg zunächst für den kommerziellen Markt. Die Kriegsmarine führte die vierwalzige M4 im Februar 1942 im U-Boot-Netz ein und schnitt die Alliierten damit für Monate von einem Funkverkehr ab, den sie zuvor mitgelesen hatten. Der erneute Einbruch in dieses Netz verlangte neue Methoden, erbeutete Unterlagen und erheblich mehr Rechenleistung.